Ayurvedische Ernährung: Abnehmen mit Ayurveda

Ayurvedische Ernährung: Abnehmen mit Ayurveda

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Tun Sie sich auch schwer beim Abnehmen oder können danach Ihr Gewicht nicht langfristig halten? Haben Sie sich vielleicht auch schon mal überlegt, Ihre Ernährungsgewohnheiten nachhaltig zu verändern und suchen nun nach einer passenden Lösung? Dann ist Ayurveda womöglich genau die Inspiration, die Sie suchen. Wir verraten Ihnen, wie Sie mit der indischen Lebensphilosophie und ein paar konkreten Abnehmtipps, Ihre individuelle Strategie für ein glücklicheres Leben finden können.

Eignet sich Ayurveda überhaupt zum Abnehmen?

Sie kennen das Konzept noch gar nicht? Ayurveda ist sowohl indische Lebensphilosophie, als auch Ernährungskonzept und Heilkunde. Der Name kommt von dem Sanskrit für „Wissen vom Leben“ – Ayurveda stellt sich dabei auf Ihre ganz individuelle Konstitution ein, um herauszufinden, wo genau Sie persönlich ansetzen müssen, um eine ganzheitliche Gewichtsreduktion zu erreichen, die auch langfristig anhält.

Ayurveda Behandlung

Die ayurvedische Lebensweise besteht nicht nur aus der richtigen Ernährung, sondern Yoga, Massagen und Kräuterpräparate sind Teil dieser Philosophie.

Hier handelt es sich also nicht um eine kurzfristig-schnelle Power-Diät mit Jojo-Effekt, bei der Sie sich durch eiserne Speisepläne durchkämpfen müssen. Ayurveda schließt Sie vielmehr als individueller Mensch mit Ihrer ganz speziellen Umwelt in das Konzept ein. Deshalb ist es auch ganz klar, dass diese Philosophie Ihren Alltag, sowie den Tages- und Lebensrhythmus und Ihr Sozialleben miteinschließt.

Dieser allumfassende Ansatz bringt wieder mehr Leichtigkeit und Energie ins Leben, um überflüssigen Ballast loszuwerden – körperlich als auch seelisch.

Deshalb inkludiert Ayurveda neben der passenden Ernährung auch weitere Therapiemöglichkeiten. Massagen, sanfte Bewegungsformen (idealerweise Yoga), und Kräuterpräparate helfen der allgemeinen Gesundheitsförderung – und schaffen ein besseres Lebensgefühl. Denn das Problem beim Abnehmen ist sehr häufig nicht nur das Konsumieren „falscher“ Lebensmittel, sondern das Unvermögen, auch die „richtigen“ vollständig zu verdauen.

Ayurveda bezeichnet das Gift, das unser Körper dann bildet, als „Ama“. Es entsteht, weil wir wichtige Nährstoffe nicht mehr aufnehmen und transformieren können. Da hilft dann auch das gesündeste Essen nichts mehr.

Yoga & Ayurveda

Auch Yoga kann Teil der ayurvedischen Lebensphilosophie sein und wirkt sich durch die sanften Bewegungen positiv auf den Körper aus.

Hinzu kommen häufig noch andere Komponenten, wie eine inaktive Lebensweise durch langes Sitzen, Stress, häufiges Essen zwischen den Mahlzeiten, Alkoholismus, Medikamente wie Corticosteroide oder orale Verhütungsmittel, sowie Insulin, hormonelle Dysregulation, eine übermäßige Produktion von Wachstumshormonen, und unbewältigte Konflikte.

Ayurveda setzt genau da an – durch die Beseitigung von Ama können Verdauung und Stoffwechsel wieder optimal funktionieren, und eine Gewichtsabnahme wird endlich möglich! Verzicht und Vorsicht an den richtigen Stellen kann also viel mehr bewirken, als der beste Diätplan. Ayurveda ist also kombiniert mit ausreichender Bewegung eine effektive Methode, um abzunehmen!

Welcher Ayurveda-Typ sind Sie?

Übergewicht ist bei jedem anders – Ayurveda erkennt diesen Umstand und zeigt verschiedene Typen auf, die auf unterschiedliche Weise von Übergewicht betroffen sind. Denn schließlich funktioniert der Stoffwechsel jedes Körpers anders – abhängig von der jeweiligen Konstitution, können Sie etwa eher Fettdepots und Wassereinlagerungen ansammeln, oder die tägliche Nahrung unterschiedlich gut aufnehmen und verwerten, als andere Personen das tun.

Im ayurvedischen Sinne setzt sich ein Individuum aus den sogenannten Doshas zusammen – den 3 bioenergetischen Grundprinzipien:

  • Vata (Bewegungsprinzip),
  • Pitta (Umsetzung),
  • und Kapha (Stabilität).

Die Doshas bestehen jeweils aus zwei der fünf großen Elemente: Raum, Luft, Feuer, Wasser und Erde.

Geraten die Doshas in ein Ungleichgewicht, dann entstehen verschiedenartige Krankheiten.

Übergewicht hat dabei zum Beispiel etwas mit einer Übermenge an Kapha zu tun. Sehen Sie sich an, welcher Dosha-Typ Ihnen am ehesten entspricht:

Kapha-Typen

Übergewicht bedeutet eine zu hohe Ansammlung von Kapha. Dieses setzt sich aus den Elementen Jala (Wasser) und Prithivi (Erde) zusammen – seine Funktion betrifft das Lymph- und Immunsystem, sowie die Formbildung des Körpers über das Skelett und die Zellstruktur.

Kapha Typ / Ayurveda

Die Kapha-Typen zeichnen sich durch ein besonders freundliches Wesen aus.

Wenn Sie diesem Typ entsprechen, haben Sie vermutlich einen kräftigen Körperbau, aber einen trägen Stoffwechsel, sowie erhöhte Schleimbildung. Eine ausdauernde Kraft und ein starkes Immunsystem zeichnen Sie aus. Sie können mit wenig Nahrung viel Gewebe aufbauen und Energie lange speichern und verfügen von Natur aus über ein ausgeprägtes Kapha.

Heutzutage haben es Kapha-Typen recht schwer: ein ständiger Nahrungsüberfluss, gepaart mit Bewegungsmangel und auch mentalem Stress führt bei dieser Sorte Mensch fast immer zu einem leichten bis schweren Übergewicht. Personen, die dem Kapha-Bild entsprechen, sind für gewöhnlich etwas fülliger. Kapha-Menschen erfahren Übergewicht nämlich gleichmäßig über den ganzen Körper verteilt – Gesicht, Arme, Brust gehören auch dazu.

Dafür zeichnet sie auch ein besonders freundliches Wesen aus: Fürsorge, Geduld und Empathie zählen zu den glänzendsten Eigenschaften von Kapha-Personen. Außerdem bedeutet Körperfülle keinen Mangel an Attraktivität: im Gegenteil, Kapha-Typen haben häufig ausdrucksstarke Augen, kräftiges Haar und eine gesunde Haut, die sehr anziehend wirken.

Wollen Sie gegen Übergewicht vorgehen, ist also eine „Anti-Kapha-Diät“ der richtige Weg. Damit schränken Sie Nahrungsmittel ein, die Gewebe aufbauen und nährend sind. Dazu später mehr.

Vata-Typen

Wenn Sie dem Dosha Vata entsprechen, haben Sie etwas mit den Elementen Luft und Ähter (Raum) zu tun. Auf der Persönlichkeitsebene sprühen Vata-Menschen oft vor Kreativität, Inspiration und Ideen. Ihr Körperbau ist eher klein und schmal, und trotz vielen Freunden und guten Vernetzungen, kann es vorkommen, dass es Ihnen an Erdung fehlt. Es kann schwerfallen, sich auf eine Sache zu konzentrieren und Kontinuität zu finden.

Vor allem eine Dysbalance des Vata kann zu Stress und Nervosität führen. Ist Übergewicht aufgrund einer Kapha-Störung der Fall, setzt sich Fett häufig am Bauch an. Beständigkeit ist für Vata-Typen also wichtig, weshalb regelmäßige nahrungsbewusste Mahlzeiten ebenso hilfreich sind, wie ein gewisser Tagesrhythmus. Ein Vata-Mensch tut gut daran, warme, mild gewürzten Speisen und Eintöpfe zu genießen. Beruhigende Aktivitäten wie Yoga sind eine ausgezeichnete Wahl.

Pitta-Typen

Hier ist vor allem das Element Feuer am Werk, plus ein Hauch Wasser. Sind Sie ein Pitta-Typ, dann trifft Intelligenz und Scharfsinnigkeit auf Ihr Wesen zu. Als Führungspersönlichkeit, aber auch Teamplayer, sind Ihnen sportliche Herausforderungen und Wettkämpfe wichtig. Daher tendieren die häufig athletischen Pitta-Typen aber auch zu vorschnellen Reaktionen und Ungeduld – generell sind Pittas sehr hitzig veranlagt.

Pitta Typ / Ayurveda Dosha

Magenbeschwerden sind ein typisches Merkmal der Pitta-Typen.

Deshalb führt eine Dysbalance an Pitta auch öfter zu Magengeschwüren, Sodbrennen und cholerischen Zügen. Fett setzt sich hier gerne an den Hüften und Oberschenkeln an. Hilfreich für Pitta-Typen ist daher Gelassenheit und Entschleunigung. Eine Art Abkühlung tut gut – deshalb gilt es auch, zu heiße, scharfe und aggressive Gerichte zu vermeiden. Entschleunigende Yoga-Übungen sind perfekt für den nötigen Ausgleich.

Haben Sie Ihren Dosha-Typ ungefähr bestimmt, haben Sie schon einen viel besseren Leitfaden, auf welche Lebensmittel Sie besser verzichten sollten, oder welche Speisen Ihnen besonders guttun. Dabei geht es einfach um ein paar Vorschläge und Tipps, die einen positiven Effekt auf Ihren Körper und Geist haben können.

Die drei Dosha-Typen unterscheiden sich also zentral, wenn es darum geht, die richtige Methode zum Abnehmen zu finden. Um eine Harmonie mit sich und dem Körper zu erreichen, müssen jeweils andere Schritte unternommen werden. Ein erster wäre die richtige Ernährung:

Ayurveda Ernährung

Alles was wir essen, beeinflusst das Gleichgewicht der Kräfte in uns. Ayurveda sieht Nahrung als Genuss und mit Achtsamkeit, nicht aber als Feind!

Ayurvedische Ernährung hilft, die Balance der Doshas zu wahren, und fördert die Natürlichkeit unserer Speisen.

Leicht verdauliche Produkte entsprechen genau dem Konzept der indischen Lebensweise. Das lässt sich im Fall auch sehr gut mit laktose- und glutenfreier, sowie veganer Ernährung kombinieren. Denn Ayurveda kommt weitgehend sehr gut ohne Kuhmilch oder Kuhprodukte aus.

Unterschiede und wichtige Elemente im Gegensatz zur normalen Küche wären beispielsweise:

Ghee als wichtiger Bestandteil in der ayurvedischen Küche

Ghee ist in der ayurvedischen Küche sehr wichtig und kann auch selbst hergestellt werden. Auch für Veganer gibt es eigene Ghees.

  • Ghee statt Öl und Butter: ein indisches Butterschmalz, ohne Wasser und Eiweißrückstände. Es soll dabei helfen, das Körpergewebe zu reinigen, Galle, Leber und Bauchspeicheldrüse zu aktivieren, und den Geist zu beruhigen. Entweder aus Biobutter selbst herstellen oder ganz einfach fertig kaufen.
  • Masalum: eine Gewürzsauce, die zentral beim ayurvedischen Kochen ist.
  • „Rasas“: die 6 Geschmacksrichtungen süß, sauer, salzig, bitter, scharf und herb sind beispielsweise in Masalum alle enthalten. Sie sollten regelmäßig zusammen vorkommen. Das Abnehmen und das Entschlacken gelingen so besonders gut.

Wenn Sie ayurvedisch kochen wollen, helfen diese Tipps:

  • Möglichst frisch kochen: die Mikrowelle wird nicht gebraucht!
  • Am besten warmes Essen genießen – sehr Kaltes, sowie Tiefgefrorenes meiden.
  • Rohkost wie Salate und frische Früchte nur zur Mittagszeit.
  • Frühstückstipp: ein Glas warmes Wasser mit Honig.
  • 3 regelmäßige Mahlzeiten am Tag, Zwischenmahlzeiten meiden.
  • Alle halbe Stunde eine Tasse heißes Wasser oder Ingwerwasser
  • Süße gelingt ausgezeichnet mit Honig oder Ahornsirup – Sahne und Zucker weglassen.
  • Nur wenig Salz, wenn dann Steinsalz.
  • Scharfe, leichte, trockene, bittere und erhitzende Nahrungsmittel für die Kapha-Reduktion.
  • Aromatische Gewürze und Kräuter, wie: Ingwer, Hing, Senfsamen, Pfeffer, Meerrettich.
  • Verzicht auf tierische Eiweiße wie Fleisch, Eier oder Käse. Die bringen häufig Verschleimung und Gewichtszunahme, weshalb sie besser von Hülsenfrüchten ersetzt werden sollten.
  • Meiden sollten Sie auch süße und schwere Speisen, wie Teig- und Backwaren, Süßigkeiten und fette, frittierte Gerichte. Die sind Kapha-erhöhend.
  • Gut ist das regelmäßige Essen von: Gerste, Honig, Chili, Mungobohnen, Blattgemüse wie etwa Spinat, Mangold und Chicorèe, und ausleitendes Gemüse wie Sellerie oder Spargel.
  • Anregende Nahrungsergänzungen wie Berberitze, Trikatu oder Triphala sind möglich.
  • Wichtig: dem Zubereiten Ihrer Speisen viel Hingabe und Aufmerksamkeit schenken.
bewusstes essen

Bewusstes und langsames Essen ist in der ayurvedischen Lebensweise von großer Bedeutung.

Auch gegessen werden soll langsam und bewusst, sowie in angemessenen Mengen. Dabei sollten Sie sich vor allem auch fragen: warum essen Sie? Natürlich auch weil Sie Hunger haben. Doch viel häufiger beherrschen andere Gründe unser Essverhalten: Stress, Langeweile oder Traurigkeit sind typische Beispiele.

Indem Sie herausfinden, woher Ihre überflüssigen Pfunde überhaupt kommen, können Sie sich von solchen Mustern befreien und neue Wege finden.

Entdecken Sie, was Ihnen Kraft und Glück, sowie Energie und Freude, bringt. Ihre Einstellung beeinflusst erwiesenermaßen Ihre Erfolge beim Abnehmen.

Einfache, aber leckere ayurvedische Rezeptidee

Hier noch ein kleiner Anstoß für eine konkrete leckere Rezeptidee:

Ayurvedische Pizza

Zutaten (2 Personen):

  • 250 g Maismehl
  • 1 TL Kräuter der Provence
  • 100 ml lauwarmes Wasser
  • 2 Tomaten
  • 1 TL rotes Masalum
  • 1 EL Olivenöl
  • 10 grüne Oliven, entsteint und grob geschnitten
  • 100 g Tofu, klein gewürfelt oder in Streifen
  • frische Basilikumblätter

Rotes Masalum:

  • 50 g Kokos- oder Mandelpulver
  • 1 EL Paprikapulver
  • 1 EL Tandoori Masala
  • 1 TL Bockshornkleepulver
  • 2 rote Chilischoten
  • 2 TL brauner Zucker
  • 4 TL Zitronensaft
  • 1 TL Salz
  • 100 ml Rapsöl

Tipp: Die meisten Zutaten finden Sie im Asia-oder Bioladen!

Zubereitung:

Alle Zutaten glattrühren oder pürieren. Den Backofen auf 80 Grad (Umluft) vorheizen, dann das Maismehl in eine Schüssel mit den Kräutern und etwas Salz geben. Langsam 100 ml lauwarmes Wasser dazu gießen und unterrühren. Wenn der Teig zu fest ist, fügen Sie etwas Wasser hinzu. Blech mit Backpapier auslegen und den Teig ca. 1 cm dick auftragen. Dann die Tomaten feinwürfeln und mit Masalum, Olivenöl, den Oliven und einem EL Wasser mischen. Mit Salz abschmecken und den Teig damit belegen. Jetzt noch das Tofu darauf verteilen und alles 8-10 Minuten im Ofen backen. Am schmackhaftesten sieht das Ganze mit einer Basilikum-Deko aus. Guten Appetit!

Fazit

Bei Ayurveda geht es um das, was unser Leben wohltuender und ausgeglichener machen kann. Sie können selbst Ihren ganz individuellen Ernährungs- und Bewegungsplan für sich finden, um sich ganzheitlich von überflüssigem Ballast zu trennen. Ayurveda ist in diesem Sinne eine umfassende Lebenshaltung, die zu mehr Balance und Lebensfreude verhelfen kann, durch die Sie effektiv abnehmen können.

 

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